Glyphosat / Gentechnik

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Glyphosat / Gentechnik

Aktuell (31.08.2017):

Glyphosat in Impfstoffen gefunden – Nachfrage an das Paul-Ehrlich-Institut

http://nicodavinci.blogspot.de/2017/08/wie-ehrlich-ist-paul-verunreinigte.html

Aus dem Blog: Glyphosat (= künstliche Aminosäure) kann als Rückstand im Impfstoffe direkt in den Blutkreislauf gelangen und sich über diesen ungehindert im ganzen Körper verbreiten. Als „Transportvehikel“ kann es das in Impfstoffen enthaltene Aluminium bis in das Gehirn Transportieren und dort zu einer Vielzahl von Schädigungen führen – auch schon bei Babys!

Über die Zulassungsbehörden und deren Unabhängigkeit:

https://www.lobbycontrol.de/2017/04/monsanto-und-glyphosat-zulassungsbehoerden-auf-den-pruefstand/

Frankreich will gegen die weitere Zulassung von Glyphosat votieren:

http://www.euractiv.de/section/landwirtschaft-und-ernahrung/news/glyphosat-frankreich-will-gegen-verlaengerung-der-zulassung-votieren/

Die Kalifornische Gesundheitsbehörde warnt vor Glyphosat – Hinweis „kebserregend“ auf Verpackungen:

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-06/unkrautvernichter-glyphosat-krebserregend-monsanto-kalifornien

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/glyphosat-gefaehrliche-verbindungen-1.3537185

So hat die aktuelle direkt gewählte CSU-Abgeordnete für den Wahlkreis Fürstenfeldbruck / Dachau zu Glyphosat abgestimmt:

https://wahrplakat.abgeordnetenwatch.de/?u=gerda-hasselfeldt&p=43862adf5f0de36

Hier sehen sie wie alle Abgeordneten nach Parteien im Bundestag über die Neuzulassung von Glyphosat abgestimmt haben:

https://www.abgeordnetenwatch.de/bundestag/abstimmungen/neuzulassung-von-glyphosat-verhindern

 

Um was geht es?

Ertragssteigerung war und ist seit Jahrzenten das – teils staatlich verordnete – Leitmotiv in der Landwirtschaft. Über verschiedenste Modelle wurden Landwirte dazu angehalten durch Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmittel und Insektiziden stetig ihre Erträge zu steigern. Es gab sogar Zeiten da musste Strafe zahlen, wer nicht die errechnete Menge an Dünger auf seinen Feldern ausbrachte.

Überdüngung der Böden und mit Pestiziden bzw. Insektiziden belastete Lebensmittel sind die Folgen mit denen wir auch heute noch zu kämpfen haben. Ein bekannter Fall ist das lang anhaltende und stark wirkende Insektenvernichtungsmittel DDT. Ein Mittel das erstmals 1874 hergestellt wurde, dessen insektizide Wirkung aber erst im Jahr 1939 entdeckt wurde. Es half zunächst durch massiven Einsatz als Kontakt- und Fraßgift vor allem in tropischen Ländern Krankheiten wie Malaria, Fleckfieber, Typhus und Cholera, die durch Insekten übertragen werden, wirksam zu bekämpfen. Es stellte sich aber auch heraus, das sich das Gift durch den massiven Einsatz über die Nahrungskette weltweit verbreitete, bis es auch in der Muttermilch europäischer Frauen nachweisbar war. Ein weiteres Problem ist die zunehmende Resistenz der Schädlinge, weshalb immer neue Insektizide erfunden werden müssen. Die Produktion und der Einsatz von DDT ist heute in den meisten europäischen Ländern verboten.

Trotz dieser und weiterer negativer Erfahrungen hat der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, Insektiziden und sogenannter „grüner Gentechnik“ weltweit unvermindert zugenommen.

Der heute weltweit am weitesten verbreitete und am häufigsten eingesetzte Wirkstoff ist Glyphosat.

Im Zuge der anstehenden Verlängerung der EU-Zulassung, die ursprünglich zum 31.12.2015 für weitere 15 Jahre erfolgen sollte, ist Glyphosat in die breite öffentliche Diskussion gekommen.

Im online-Lexikon Wikipedia findet sich ein neutralgehaltener, sehr ausführlicher Artikel zu Glyphosat, der mir neben den übrigen auf dieser Seite verlinkten Filmberichten auch als Quelle diente:

https://de.wikipedia.org/wiki/Glyphosat

 

Wie ist die Situation?

Glyphosat ist in der EU zugelassen. Die aktuelle EU-Zulassung wurde 2002 bis ursprünglich zum 31.12.2015 erteilt. Aufgrund der Bewertung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) sollte die Zulassung zunächst um den höchstmöglichen Zeitraum von 15 Jahren verlängert werden. Abweichende Berichte und Studien erzeugten zunehmenden Widerstand in der Bevölkerung, der durch Organisationen wie Campact, WeMove und Greenpeace gebündelt und organisiert wird. Da sich auf Grund dieser öffentlichen Diskussion die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten nicht auf eine Entscheidung einigen konnten, verlängerte die EU-Kommission die Zulassung zunächst bis zum 30. Juni 2016. Zwischenzeitlich erfolgte Anfang 2016 eine Einstufung von Glyphosat durch die WHO als „wahrscheinlich krebserregend“. Auch der öffentliche Druck verstärkt sich indem Petitionen und eine Europäische Bürgerinitiative gestartet wurden. Eine qualifizierte Mehrheit der Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten für oder gegen die Neuzulassung kam daraufhin auch im Juni 2016 nicht zustande. Die EU-Kommission verlängerte daher die Zulassung um weitere 18 Monate bis Ende 2017.

Im Januar 2017 gab die EU-Kommission die Annahme der oben erwähnten Europäischen Bürgerinitiative bekannt. Die Initiative hat das Ziel, bei Erreichen von einer Millionen Unterstützern aus mindestens sieben verschiedenen Mitgliedsstaaten, der EU-Kommission vorzuschlagen den Mitgliedsstaaten ein Glyphosatverbot zu unterbreiten. Auch eine Überarbeitung des Genehmigungsverfahrens für Pflanzenschutzmittel ist Inhalt der Initiative.

 

Was sind die Probleme

Zum einen das Genehmigungsverfahren. Die Bewertung für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erfolgt durch das deutsche Institut für Risikobewertung (BfR). Dem Institut wird von Gegnern vorgeworfen nur von den Herstellern finanzierte Studien zur Bewertung herangezogen zu haben. Unabhängige Studien werden meist wegen „methodischer Mängel“ als nicht relevant eingestuft, auch wenn solche Studien durchaus Hinweise auf mögliche Gefährdungen geben. Eigene Untersuchungen werden vom BfR nicht veranlasst. Auch nicht um belastende Verdachtsmomente aus den bestehenden Studien durch eine methodisch korrekt durchgeführte Studie zu bestätigen bzw. zu entkräften.

Einigen Mitgliedern der zuständigen Ausschüsse des BfR wird zudem vorgeworfen auch für Hersteller oder herstellernahe Institutionen tätig zu sein und somit nicht im gebotenen Maße unabhängig zu sein.

Problematisch ist weiterhin, dass Glyphosat zur Beurteilung nur als isolierter Wirkstoff untersucht wird. In der Praxis wird der Wirkstoff jedoch fast ausschließlich in Verbindung mit zusätzlichen Mitteln (meist mit sogenannten Netzträgern oder Spreizer) eingesetzt. Diese Mittel sind oft toxischer als der ursprüngliche Wirkstoff. Eine mögliche Gefährdung aus der Kombination verschiedener Wirkstoffe geht daher nicht aus den Untersuchungen hervor.

Das Pflanzenschutzmittel wird oft in Kombination mit entsprechenden genmanipuliertem Saatgut vertrieben. Das Saatgut bzw. die Pflanze ist auf Grund der Genmanipulation gegen die Wirkungsweise von Glyphosat resistent. Das Herbizid kann daher bis kurz vor der Ernte eingesetzt werden. Durch die Kombination von Pflanzenschutzmittel und Saatgut entstehen Monopolstrukturen in deren Abhängigkeit sich die Landwirte begeben und deren langfristige Auswirkungen insbesondere auf die Preisbildung nicht absehbar sind.

Am weitesten verbreitet ist der Anbau von genmanipulierten Pflanzen neben den USA in Brasilien, Argentinien, Indien, Kanada, China und Canada. In den USA umfasst die bewirtschaftete Ackerfläche ca. 130 Millionen Hektar. Davon werden ca. 70 Millionen Hektar, also mehr als die Hälfte mit transgenen Pflanzen bewirtschaftet. Das sind hauptsächlich Mais, Soja, Baumwolle, Raps und Zuckerrüben.

Wie in den verlinkten Berichten gezeigt bilden sich aber auch unter den Unkräutern, ähnlich wie bei Antibiotika zu beobachten, Resistenzen gegen die eingesetzten Pestizide. Die Rede ist von sogenannten Superunkräutern, den Superweeds. Diese Pflanzen können bis zu 6 – 7 cm pro TAG wachsen, werden bis zu 2,5 m hoch und sind resistent gegen die üblichen Herbizide insbesondere gegen das am weitesten verbreitete Herbizid Glyphosat (z. B. Round Up). Wenn es nach dem Willen der Chemie- und Saatgutkonzerne geht soll weitergemacht werden wie bisher. Es ist eine Spirale von immer höherer Dosierung und immer stärkeren Konzentrationen und immer neueren Herbiziden sowie den entsprechend genmanipulierten Pflanzen losgetreten. Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und Menschen sind weitgehend unerforscht und damit nicht vohersagbar. Große Anbauflächen in den USA mussten bereits von den Farmern aufgegeben werden, da sie gegen die Superunkräuter nicht mehr ankommen.

Weitere Informationen sind den Links zu folgenden Berichten zu entnehmen:

WDR die story „Gift im Acker, Glyphosat – die unterschätzte Gefahr“ 03.11.2015

https://www.youtube.com/watch?v=tWZspPPB85U

ARTE Doku „Chronisch vergiftet – Monsanto und Glyphosat“ 01.04.2015:

https://www.youtube.com/watch?v=3ivpJx3gkMY

ZDF zoom „Roundup (Glyphosat) – Das stille Gift“ 20.05.2013:

https://www.youtube.com/watch?v=D1VWcSaUiHo

3sat „Gift auf dem Acker – Monsanto Roundup“ 07.02.2012:

https://www.youtube.com/watch?v=WN7-T7qTh38

Aktuell:

https://netzfrauen.org/2017/02/05/superweeds/

https://www.welt.de/wissenschaft/article162953499/Glyphosat-vergiftet-die-Wissenschaft.html

https://www.tagesschau.de/ausland/glyphosat-187.html

 

Meine Auffassung:

Ich unterstütze die Europäische Bürgerinitiative und auch Petitionen von CAMPACT und anderen Organisationen gegen die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat.

Die zur Bewertung herangezogenen Studien halte ich für zu einseitig. Festgestellte Gefährdungen aus „methodisch“ nicht anerkannten Studien müssen entsprechend untersucht und in die Bewertung mit einbezogen werden. Insbesondere müssen Studien mit in der Praxis eingesetzten Wirkstoffkombinationen durchgeführt werden.

Ich halte es für bedenklich, dass Glyphosatrückstände in sehr vielen Lebensmitteln nachweisbar sind und man sich einer Aufnahme durch die Nahrung fast nicht mehr entziehen kann. Durch letzteres halte ich das Recht auf körperliche Unversehrtheit für bedroht.

Der Weg, durch immer stärkeren Einsatz von Pestiziden, Insektiziden und darauf abgestimmter Gentechnik, Erträge zu sichern bzw. zu steigern halte ich für eine Einbahnstraße. Sie führt in eine Spirale von immer stärkeren Eingriffen in die Natur, Resistenzen, höheren Dosierungen stärkeren Manipulationen. Das Ende und die Auswirkungen sind nicht absehbar und in keinem Fall ausreichend erforscht. Hier muss ein klares Umdenken erfolgen und eine politische Weichenstellung in Richtung zu nachhaltiger und ökologischer Landwirtschaft erfolgen. Unkontrollierter Freihandel wie im Abkommen CETA und dem geplanten aber derzeit auf Eis gelegten TTIP sind für die Landwirtschaft daher der falsche Weg. Sie führen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen, da eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft nicht gegen die Massenproduktion und die extrem auf Gentechnik ausgerichtete Landwirtschaft in den USA und Canada bestehen können.

Die aktuelle Bundesregierung ist über die Frage der Verlängerung der Zulassung tief gespalten wie folgender Artikel zeigt:

https://www.welt.de/wirtschaft/article162918422/Neue-Enthuellungen-befeuern-Streit-um-Glyphosat.html

http://www.mdr.de/thueringen/nord-thueringen/leinfelde-worbis-glyphosat-100.html

Wer CDU / CSU bzw. SPD wählt stimmt für unbeschränkten Freihandel, stimmt für Abkommen wie CETA, TTIP und stimmt damit auch direkt für die Verlängerung der Glyphosatzulassung und Gentechnik auf deutschen Äckern.

Dass es auch anders gehen kann zeigt das Beispiel von Josef Holler wie z. B. in diesem Bericht:

ServusTV „Permakultur – Der Krameterhof von Sepp Holzer“

https://www.youtube.com/watch?v=TWweaQOL-iA

 

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