Güterverkehr

 In Allgemein

Um was geht es?

Wer heutzutage über Autobahnen oder große Bundesstraßen fährt kennt die Situation – endlose Lkw Kolonnen, Staus und schwere Unfälle meist mit Beteiligung von Lkws.

Trotz politischer Lippenbekenntnisse zur Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Bahn, Lkw-Maut und Mindestlohn nimmt der Lkw-Verkehr auf deutschen Straßen ständig zu. Die Prognosen verheißen nichts Gutes. Laut BMVI prognostizieren Experten eine Zunahme des Verkehrsaufkommens bis 2025 um 70 Prozent und das wo schon jetzt täglich 1,3 Millionen Lkws unterwegs sind.

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unkraut/gigaliner-unkraut-100.html

 

Wie ist die Situation?

Während unter dem SPD Verkehrsminister der großen Koalition von 2005 -2009 noch ein echtes Programm zur Verlagerung von Gütern auf die Schiene beschlossen wurde, ist dies unter den darauffolgenden CSU Ministern nur noch zu einem inhaltsleeren Lippenbekenntnis verkommen.

Seit Jahren bestimmt die Autolobby weitgehend die Politik des von der CSU geführten Verkehrsministeriums. Die Dieselaffäre und der aktuell aufkommende Korruptionsskandal in der Autoindustrie sind dabei nur ein Teilaspekt einer völlig fehlgelenkten Verkehrspolitik.

Insbesondere der aktuell amtierende Verkehrsminister profiliert sich mit Projekten die einzig dazu dienen noch mehr Güterverkehr auf die Straße zu verlagern. Förderungen durch Steuergelder für Platooning und Oberleitungen über Autobahnabschnitten, Genehmigung für den Einsatz von „Gigalinern“ sind nur einige der Lieblingsprojekte. Die Lobbyisten lassen grüßen. Ist nicht ein ehemaliger CDU Verkehrsminister Präsident des Verbandes der Automobilindustrie und Vizepräsident von Pro Mobilität, dem Lobbyverbandes der Automobilwirtschaft?

Die Schiene kommt dabei „unter die Räder“.

Während der Güterverkehr zwischen 1991 und 2013 um 60 Prozent zugenommen hat konnte die Bahn davon nicht profitieren. Im Gegenteil zugenommen haben vor allem die LKW-Transporte

Noch 1980 war der Anteil von Schiffen und Bahn am Güterverkehr genauso groß wie jener der LKW.

Mittlerweile ist jedoch der Anteil der Schifffahrt auf unter 10% und der Bahn auf ca. 30% gesunken.

Zum Vergleich, in der Schweiz werden 50% der Güter auf der Bahn transportiert.

Laut einer internen Liste beabsichtigt DB Cargo zur wirtschaftlichen Optimierung weitere 215 Güterbahnhöfe zu schließen, 154 sind zusätzlich gefährdet. Damit einhergehend sollen 2100 Stellen abgebaut werden. Investitionen in moderne Technik und Waggons sind Fehlanzeige.

Man muss sich da schon die Frage stellen mit was dann überhaupt noch Einnahmen bei der DB Cargo erzielt werden sollen, von mehr Einnahmen ganz zu schweigen.

BR -Link zur Sendung DokThema „verstopfte Straßen, leere Gleise -Ärgernis Güterverkehr“ Sendung vom 03.05.2017 (mit Text, Sendungslink funktioniert nicht immer!):

http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/dokthema/gueterverkehr-strasse-schienen-100.html

Alternativ Link zur ARD Mediathek:

http://www.ardmediathek.de/tv/DokThema/Verstopfte-Stra%C3%9Fen-leere-Gleise-%C3%84rger/BR-Fernsehen/Video?bcastId=40552236&documentId=42581008

 

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/kontrovers/falsches-signal-wie-die-bahn-beim-gueterverkehr-versagt-story-100.html

http://www.br.de/nachrichten/inhalt/gigaliner-lang-lkw-dobrindt-bayern-100.html

http://www.br.de/nachrichten/lkw-gigaliner-sicherheit-100.html

 

Was sind die Probleme

Die gravierenden Folgen dieser verfehlten Verkehrspolitik sind für jedermann sicht- bzw. erfahrbar.

Kilometerlange Staus, endlose LKW-Kolonnen und eine zunehmende Zahl an LKW-Unfällen. Jeder fünfte tödliche Unfall ist mittlerweile mit LKW-Beteiligung.

42x mehr Unfälle bei gefährlichen Gütern auf der Straße gegenüber einer Beförderung auf der Schiene.

Schwere LKW verursachen eine 100.000 – 160.000 -fach höhere Abnutzung der Straßen wie ein PKW.

Seit 2010 ist das Nutzungsentgelt für Schienentrassen um 13,1 % gestiegen, die LKW Maut im gleichen Zeitraum jedoch um 15,7 % gesunken.

Bei sinkender LKW-Maut werden die erforderlichen Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen über die geplante Infrastrukturabgabe (PKW-Maut) überwiegend auf den PKW-Fahrer bzw. Steuerzahler umgelegt. Somit wird die Verlagerung vom Güterverkehr auf die Straße quasi von diesem zusätzlich quer subventioniert, bei gleichzeitiger durch ständige Überlastung und Staus erheblich eingeschränkter Nutzungsmöglichkeit von Autobahnen und Bundesstraßen für diese Gruppe.

Sinkende und subventionierte Dieselpreise bei steigenden Strompreisen verschärfen die Wettbewerbssituation zuungunsten der Bahn noch zusätzlich.

Hinzu kommen Dumpinglöhne von osteuropäischen Fahrern die den deutschen Mindestlohn unterlaufen, Nomadentum auf Rastplätzen, „Lenkzeitüberschreitungen“ bzw. Nichteinhaltung von Ruhezeiten allein schon durch Anreisezeiten zum „Einsatzort“ von oft 10 – 12 Stunden.

In der Schweiz ist der Gotthardtunnel bereits in Betrieb in Österreich der Brennerbasistunnel im Bau, während die erforderlichen und bereits vor langer Zeit vertraglich zugesicherten Zulaufstrecken in Deutschland noch nicht mal in Planung sind!

Es entstehen immer mehr größere Verteilzentren auf der grünen Wiese in Autobahnnähe aber ohne Schienenanschluss. Der Flächenverbrauch, der übrigens in Bayern mit täglich 18,0 Hektar (25 Fußballfelder) am höchsten ist, wird dadurch weiter befördert.

 

Meine Auffassung:

Die „letzte Meile“ gehört dem LKW, daran wird sich nichts ändern. Auch auf Mittel- und einigen Fernstrecken wird der Lkw nicht ersetzt werden können.

Aber grundsätzlich gehört Güterverkehr aus ökologischen UND ökonomischen Gründen im Fernverkehr auf die Schiene.

Die Verzerrungen durch direkte oder indirekte Subventionen zu Gunsten der Straße müssen korrigiert werden.

Das Verkehrssystem Schiene muss für den Güterverkehr wieder attraktiv werden. Das geht nicht durch ständiges Verschlechtern des Angebots.

Dazu braucht es faire Konditionen für Nutzungsentgelte, Investitionen in moderne Infrastruktur und Technik. Moderne Stellwerke und automatische Kupplungen. Auch autonomes fahren sollte sich doch bei einem spurgeführten Verkehrssystem leichter umsetzen lassen als im Individualverkehr mit Lkws!

Transport scheint ohnehin viel zu billig sonst würden nicht solche Massen an Gütern rund um die Welt transportiert werden.

 

Wer CSU wählt stimmt für:

  • weitere Verlagerung von Güterverkehr auf die Straße, für unsinnige Verkehrsprojekte wie Gigaliner, Platooning, Oberleitungen an Autobahnen.
  • Stau und Unfälle auf Autobahnen.
  • Benachteiligung des Verkehrsträgers Schien im Güterverkehr.
  • Ungehemmten Flächenverbrauch und Zersiedelung
  • In diesem Zusammenhang auch für die geplanten Ausnahmen im Landesentwicklungsprogramm (siehe Broschüre „Flächenfraß in Bayern“ des BUND

https://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/Flaechenschutz/BUND_Naturschutz_Doku_Anbindegebot_Juni_2017.pdf

 

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