Elektromobilität

 In Allgemein

Um was geht es?

Das Thema Elektromobilität wird in der Presse, der Fachwelt aber auch im Privaten äußerst kontrovers diskutiert. Zu jedem Argument kommt sofort eine Gegendarstellung. Das macht es schwer sich dem Thema zu nähern. Ich habe mich daher entschieden zunächst meinen Weg zu einem Elektroauto darzustellen, dann meine persönlichen Erfahrungen nach nunmehr über 11.000 elektrisch zurückgelegten Kilometern zu schildern, um schließlich auf einige weitverbreitete Vorurteile einzugehen und zu versuchen diese zu entkräften.

 

Mein Weg zum Elektroautomobilisten:

Bereits bei einem anstehenden Neuwagen Kauf 2007 habe ich mich (damals noch) für ein Hybrid Fahrzeug interessiert. Das Hybridfahrzeug von Toyota, der Prius, war damals bereits ca. 10 Jahre auf dem Markt. Kein von mir angefragter deutscher Hersteller konnte damals ein Hybridfahrzeug vorweisen, geschweige denn etwas zu einem Marktstart sagen. Da mir der der Toyota optisch nicht gefiel blieb es, des geringen Verbrauchs wegen,  bei einem Dieselfahrzeug.

2011 das gleiche. VW konnte damals zwar mit Ankündigungen zu Hybridfahrzeugen, dem Golf GTE und dem Passat GTE aufwarten, aber Informationen zum Marktstart oder gar Bestellmöglichkeiten gab es nicht.

Davon abgesehen war für mich mittlerweile das Hybrid-Thema überholt. Das erste Großserien Elektroauto, der Nissan Leaf war 2009 vorgestellt worden und seit 2010 im Verkauf. Die überragenden Verbrauchswerte der (Plugin-) Hybridfahrzeuge gelten ja nur auf die ersten einhundert Kilometer – wird dann die Batterie nicht wieder aufgeladen, fährt man fast nur mit dem Verbrennungsmotor und damit mit entsprechenden Verbräuchen. Allerdings hatte der Leaf damals nur ca. 100 – 160 km Reichweite und war ebenfalls optisch gewöhnungsbedürftig. Es blieb also auch diesmal bei einem Diesel eines deutschen Herstellers.

Im 2011 installierten wir eine 11,5 kWp Photovoltaikanlag auf unserem Hausdach. Die guten Erträge dieser Anlage in den darauf folgenden Jahren machten klar: das nächste Auto muss ein Elektroauto sein!

Ich habe mich dann über die Entwicklungen in diesem Bereich auf dem Laufenden gehalten, bis es im Herbst letzten Jahres endlich soweit war. Erste Presseberichte über den Hyundai IONIQ Elektro klangen verheißungsvoll. Das erste Modell war Ende Oktober live in München auf der eCarTec zu besichtigen. Mir wurde ein Händler genannt, der zu diesem Zeitpunkt bereits 18 Fahrzeuge verkauft hatte – rein vom Prospekt weg – und der Anfang November die ersten Auslieferungen und ein Vorführfahrzeug haben sollte. Nach kurzem Kontakt meldete sich der Händler Anfang November. Nach einer einstündigen Probefahrt am 11.November wurde das Auto mit breitem Grinsen im Gesicht bestellt. Für mich war es zu diesem Zeitpunkt das alltagtauglichste Elektroauto in akzeptabler bis angenehmer Optik auf dem Markt. Die Auslieferung erfolgte mit einigen Verzögerungen Anfang April 2017.

 

Meine Erfahrung mit unserem Elektroauto (BEV):

Fakten:

  • Hyundai IONIQ Elektro (es gibt auch Hybrid und PlugIn Hybrid Versionen)
  • 88 kW (120 PS) Elektromotor
  • 28 kWH Lithium –Ionen-Polymer-Batterie
  • Stromverbrauch 11,5 kWh/100 km (Prospekt)
  • Reichweite bis zu 280 km (Prospekt)

Lademöglichkeiten

  • Schnellader Gleichstrom Typ CCS bis mind. 50 kW (angeblich bis zu 70 kW möglich), Ladung bis 94%.
  • Wechselstromlader, einphasig bis 6,6 kW.
  • Cw-Wert 0,24
  • Wärmepumpenheizung
  • Batterieheizung

Eigene Erfahrungen:

  • Fahrleistung 11.500 km in fünfeinhalb Monaten.
  • Aktueller Durchschnittsverbrauch über gesamte Fahrleistung 12,5 kW/100 km.
  • Minimaler angezeigter Verbrauch 9,4 kW/100 km (über Land, 80 – 100 km/h, Klima an)
  • Maximal angezeigte Reichweite nach 100% Vollladung 253 km (im Sommer).
  • Tatsächliche Reichweite (gefahrene km + Restreichweite) bei ca. < 40% Akkustand ca. 245 km.
  • Mehrmals Strecke über 360 km gefahren, mit 2 Ladstopps a ca. 35 – 40 Min. und Restreichweite von über 100 km am Zielort.
  • Stromkosten für 11.500 km ca. 10 € an kostenpflichtigen Ladesäulen, ca. 40 € für Ladungen an der heimischen Steckdose. (Wird aber in Zukunft nicht so bleiben!)

 

Vorurteile und Halbwahrheiten zur Elektromobilität:

  1. „Wir haben geliefert“

Dazu erstmal der folgende Beitrag von ARD – Die Story im Ersten: „Das Märchen von der Elektro-Mobilität“ vom 10.08.2015:

https://www.youtube.com/watch?v=XQelhFzK3Po

Im Video von 2015 (!) behauptet Daimler Vorstandschef Dieter Zetsche allen Ernstes und ohne rot zu werden, die deutsche Automobilindustrie sei im Bereich Elektroautos „Weltmarktführer“!?

Die Elektroautos deutscher Hersteller, die zu dieser Zeit auf dem Mark waren hatten nur einen Zweck – die Abschreckung der Kunden vor der Elektromobilität. Sie waren in Punkto Reichweite, Lademöglichkeiten, Optik, Alltagsnutzen unterstes Niveau! Während Daimler 2014 in China in einem Joint-Venture Projekt ein Elektroauto mit 400 km Reichweite auf den Markt brachte, kam 2015 in Deutschland die elektrifizierte B-Klasse mit gerademal 150 km Reichweite und 11 kW AC-Lader. Geringe Reichweite, keine Schnellademöglichkeit (CCS), schlechte Effizienz da hoher cw-Wert und hoher Preis waren und sind teilweise noch die Kennzeichen von Elektroautos deutscher Hersteller. So funktioniert die Marktwirtschaft umgekehrt – durch ein unattraktives Produkt kann man auch einen Markterfolg verhindern.

Wenn die Autoindustrie behauptet, dass Elektroautos nicht akzeptiert werden liegt dies in erster Linie an dem mangelhaften Angebot und nicht an der fehlenden Nachfrage. Dass das Interesse an Elektroautos groß ist und die Interessenten durchaus leidensfähig, beweisen schon allein die relativ hohen Absatzzahlen des BMW i3 und des Nissan Leaf – diese Autos muss man schon mögen…

Alltagstaugliche Elektroautos wie der Hyundai Ionic Elektro, Tesla Modell 3, Opel Ampera E haben Lieferzeiten von über einem Jahr! Neue Start-up-Unternehmen wie das Müncher Sono Motors und die eGo Mobile AG sammeln über crowdfunding erfolgreich Gelder ein oder haben die erste geplante Jahresproduktion bereits verkauft. Auch der neue VW Golf E ist seit der Neuauflage in diesem Jahr alltagstauglich. Hier stellte ich aber bisher nur wenig Engagement im Vertrieb von Seiten VW fest, was mir auch durch Händler bestätigt wurde.

 

  1. Betrachtung vom Ende her

wenn jetzt 40 Millionen Elektroautos gleichzeitig laden …., woher sollen die Akkus kommen ..

NEIN! Es werden keine 40 Millionen Autos gleichzeitig laden. Ganz einfach, weil es zunächst noch keine 40 Millionen Elektroautos gibt. Punkt! Es wird sie auch noch nicht so schnell geben. Morgen nicht, nächstes Jahr nicht, auch nicht in fünf Jahren und vermutlich auch nicht in 10 Jahren. Das liegt daran, dass diese Autos erst produziert werden müssen. In Deutschland wurden im Jahr 2015 5,7 Millionen Autos produziert, wovon 4,1 Millionen in den Export gingen. Selbst wenn es dann in 10 – 15 Jahren einmal 40 Millionen Elektroautos geben sollte, so werden diese nie gleichzeitig laden. Über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren bleibt genug Zeit um Stromnetze, Ladeinfrastruktur und Akkuproduktion auszubauen. Nur die Weichen, die müssen jetzt gestellt werden!

 

  1. Fehlende Ladeinfrastruktur

Die Ladeinfrastruktur ist da. Punkt! Strom über Steckdose ist nahezu überall verfügbar, das ist ja einer der Vorteile der Elektromobilität. Über Nacht kann über eine normale Haushaltsteckdose bequem eine Reichweite von ca. 200 km geladen werden. Dazu muss man keinen Umweg über eine Tankstelle machen. Das sollte dem Bedarf und den Möglichkeiten von ca. 40% – 50% der Autofahrer / Pendler entsprechen. Nein, natürlich ist das vielleicht noch nicht angenehm praktikabel für Außendienstmitarbeiter, die mehr als 200 km am Tag zurücklegen, Laternenparker in den Städten, oder Leute die die erforderliche Reichweite ihres Fahrzeugs nach der Urlaubsfahrt über 1.000 km, die sie vielleicht alle 2 Jahre mit dem Auto machen, auslegen. Obwohl es mit ein bisschen „good will“ auch für diese Fälle schon jetzt zu bestimmt 50 % eine akzeptable Lösung gäbe. Es ist aber zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht erforderlich alle Sonderfälle abzudecken, da Elektroautos in diesen Stückzahlen nicht zur Verfügung stehen.

Es braucht eben KEINE Ladenetzinfrastruktur ähnlich dem vorhandenen Tankstellennetz. Ladestationen gehören dorthin wo Leute ohnehin ihre Fahrten unterbrechen. Schnelllader an Rasthäusern bzw. Autohöfen entlang der Autobahnen, an großen Kaufhäusern oder Einkaufszentren. An Park+Ride Parkplätzen, dem Arbeitsplatz, Firmen kann differenziert werden. Weniger teure Gleichstromschnellader mit begrenzter Parkzeit, dafür viele günstigere AC Lader, da hier die Autos in der Regel längere Standzeiten und damit auch längere Ladezeiten haben.

Die Sinnhaftigkeit eines Vorzeige- und Prestigeprojektes wie die der auf der grünen Wiese geplanten Sortimo Einkaufswelt bei Zusmarshausen entzieht sich mir vollends:

https://www.electrive.net/2017/09/01/sortimo-innovationspark-zusmarshausen-wird-umgesetzt/

Hier profiliert sich unser Verkehrsminister und sonnt sich im Glanz von sage und schreibe 144 Schnelladestationen, 24 davon Supra-Schnellader mit bis zu 350kW (Akkus bzw. Fahrzeuge dafür gibt es noch nicht!). Eine Verschwendung von Millionen an Fördermitteln – ohne gleichen.

Warum? Hört sich doch gut an! Endlich wird was in Bezug auf Ladeinfrastruktur getan!

Aber doch nicht alle an einem Fleck – in der Fläche!!

Das beweist doch nur, dass hier jemand die Elektromobilität immer noch nicht verstanden hat oder nicht verstehen will! Das Förderprogramm sollte eine Begrenzung von maximalen Ladestationen an einem Standort vorsehen! Wenn man nun bedenkt, dass im ersten Förderaufruf zwar nur 40 % der Kosten der Ladestation gefördert werden, dafür aber nicht auf das wirtschaftlichste Angebot (Kosten pro kW Ladeleistung) geachtet wird, ist es leicht vorstellbar was da hinter den Kulissen in Bezug auf förderfähige Kosten möglich sein kann.

An der A8 gibt es zwischen München und Augsburg keine einzige Schnellladesäule! Im ganzen Verlauf der A8 von Salzburg bis Karlsruhe gibt es zwar an den meisten Rasthäusern (Tank & Rast) mittlerweile 50 KW DC Lademöglichkeiten – aber jeweils nur eine!! Wenn man die 144 Lademöglichkeiten entlang der A8 an den Rasthäusern platzieren würde und dann dort jeweils 5 bis 10 Lademöglichkeiten schaffen würde, dann hätte man wirklich etwas für den Ausbau der Ladeinfrastruktur getan und es müssten keine zusätzlichen Flächen verbraten werden.

Ich gehe davon aus, dass diese 144 Ladestationen in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu maximal ein Drittel bis zur Hälfte ausgelastet sein werden. Wahrscheinlich werden sie nie ganz ausgelastet sein, im Gegenteil die Auslastung wird eher wieder zurückgehen.

Warum? Ganz einfach die Ladestationen sind teuer. Um sie auf Dauer wirtschaftlich betreiben zu können müssen Gebühren verlangt werden. Sieht man sich die derzeitige Situation der bereits gebührenpflichtigen Ladestationen an, stellt man fest, dass der Preis pro kW bei den meisten weit über dem heimischen Strompreis liegt. Eine Schnellladestation wird benötigt wenn kurzfristig eine möglichst große Strommenge gebraucht wird oder wenn man auf der Durchreise ist. Innerhalb des Aktionsradius (hin und zurück vom Wohnort) wird man eine Schnelladesäule in der Regel nur nutzen wenn man sowieso dorthin kommt und wenn der Strom dort günstiger (oft noch kostenlos) ist. Das heißt mittelfristig werden nur Besucher, Kunden, Mitarbeiter etc. die Ladsäulen nutzen, die weiter als 100 km entfernt wohnen. Für Durchreisende sind irgendwann bestenfalls die „Supra-Schnellader“ interessant sofern es diese dann nicht schon an einem Rasthof direkt an der Autobahn gibt. Warum sollte man dann von der Autobahn abfahren?

Ein Projekt wie die ganze Umsetzung der Energiewende und Elektromobilität – Plan- und Ziellos!

Sinnvolle Gesetze zum Ausbau der Ladeinfrastruktur werden dagegen von der Bundesregierung aktiv behindert:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/bundesregierung-bremst-in-bruessel-bei-elektromobilitaet-a-1163467.html

Auch fehlt ein Gesetz, dass es Immobilieneigentümern in einer Eigentümergemeinschaft ermöglicht auch gegen den Willen der Eigentümergemeinschaft auf eigene Kosten an Ihrem Stellplatz eine Lademöglichkeit zu installieren.

 

  1. Wo soll der Strom für all die (40 Mio.) Elektroautos herkommen?

Ganz einfach – er ist schon da!

Deutschland produzierte im Jahr 2016 ca. 650 Terrawattstunden.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153267/umfrage/bruttostromerzeugung-in-deutschland-seit-1990/

Der Nettostromverbrauch lag 2016 bei ca. 525 Terrawattstunden

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164149/umfrage/netto-stromverbrauch-in-deutschland-seit-1999/

Der Überschussstrom, der in der Regel nachts anfällt, wird an Österreich und Norwegen zur Befüllung der dortigen Pumpspeicherwerke geliefert. Die deutschen Stromerzeuger zahlen (!) für die Abnahme teilweise Gebühren. Das ist wohl günstiger als die Drosselung der Kraftwerksleistung über Nacht. Durch flexible Tarifgestaltung sollte der Strompreis endlich an Angebot und Nachfrage angepasst werden können. Mit dem günstigen Überschussstrom können in der Nacht Elektrofahrzeuge bequem zu Hause geladen werden.

1 Elektroauto mit durchschnittlich 17 KW/100 km verbraucht bei 15.000 km Jahresleistung ca. 2.550 KW.

1 Million E-Autos verbrauchen 2,6 TW das entspricht ca. 0,5% des Gesamtverbrauchs Deutschlands.

10 Millionen E-Autos verbrauchen 26 TW das entspricht ca. 5 % des Gesamtverbrauchs Deutschlands.

40 Millionen E-Autos verbrauchen 104 TW das entspricht ca. 20% des Gesamtverbrauchs und in etwa dem aktuellen Überschussstrom.

 

  1. Teurer Leichtbau erforderlich zum Ausgleich des Akkumehrgewichts

Stimmt nur zum Teil. Ausschlaggebend für den Energieverbrauch ist vor allem bei zunehmender Geschwindigkeit der Windwiderstand. So hat z. B. der BMW i3 trotz leichter (und teurer!) Carbon Karosserie wegen der großen Windangriffsfläche wesentlich höhere Verbrauchswerte als z. B. der Hyundai Ionic.

Der gewichtsbedingte höhere Verbrauch bei der Beschleunigung kann zum Teil durch Rekuperation beim Bremsen zurückgewonnen werden.

Carbon birgt auch noch Gefahren für die Gesundheit. Der bei einem Unfall oder Brand auftretende Staub ist ähnlich Asbest krebserregend! (Dies gilt allerdings auch für den zunehmenden Einsatz von Carbon-Werkstoffen im modernen Flugzeugbau!)

http://www.autobild.de/artikel/studien-unfall-mit-carbon-autos-5258034.html

 

  1. Elektroautos sind in der Produktion und der Entsorgung (Akku) garnicht so ökologisch, die Entsorgung der Akkus ist nicht gesichert.

Dieses Thema wird sehr kontrovers diskutiert! Zuletzt hat eine schwedische Studie für Aufsehen gesorgt, die dem Elektroauto eine schlechte Ökobilanz unterstellt.

Die Frage ist allerdings was wird dabei alles berücksichtigt? Ein Elektromotor besteht aus ca. 210 beweglichen Teilen, ein Verbrennungsmotor aus ca. 1.400. Diese Teile müssen alle produziert, verpackt, gelagert und transportiert werden. Ein Elektromotor hat einen Wirkungsgrad von 85 – 95 % ein Verbrennungsmotor maximal 40%. Ein Elektroauto benötigt keine Getriebe, kein Getriebeöl, kein Motoröl (Altölentsorgung!?), keinen Katalysator, kaum Verschleiß von Bremsbelägen und Bremsscheiben, keine komplizierte Einspritztechnik oder Turboaufladung. Das alles muss für ein Auto mit Verbrennungsmotor hergestellt, verpackt, gelagert und transportiert werden und das alles benötigt weniger CO2 und ist ökologischer als die Herstellung einer Batterie?

Achja – der Strom kommt nicht aus der Steckdose! Aber das Benzin bzw. Diesel kommen auch nicht aus der Zapfsäule! Öl muss gefördert, transportiert, raffiniert und weiter in speziellen Tanklastern zu einer speziellen Tankstelle gebracht werden. Was ist mit Umweltschäden bei der Förderung, undichten Pipelines, Ölpest nach Tankerunglück, Transportunfälle? Wird das alles berücksichtigt?

Nach den bisherigen Erfahrungen verlieren die Akkus in den ersten sechs Monaten technisch bedingt angeblich ca. 5% ihrer Kapazität. Erste Autos mit 300.000 km haben noch eine Restkapazität von 93%. Man rechnet also mit einer Lebensdauer (ca. 75% der Anfangskapazität) von einer Million Kilometer. Die Frage ist also nicht was macht man mit dem Auto am Ende der Lebensdauer des Akkus, sondern was macht man mit dem Akku am Ende der Lebensdauer des Autos.

Hier gibt es den Ansatz einer Zweitverwendung in großen stationären Speichern zur Stabilisierung des Stromnetzes und lokalen Stromversorgung.

Mittlerweile gibt es auch Verfahren zum Recyceln von Lithium-Ionen-Akkus.

Links:

Artikel Wirtschafts Woche vom 14. August 2017: Umweltlüge Elektroauto? Von wegen!

http://www.wiwo.de/unternehmen/auto/oeko-bilanz-von-e-autos-umweltluege-elektroauto-von-wegen/20178504-all.html

Artikel ZEITONLINE vom 4.November 2016: Das zweite Leben nach dem Elektroauto:

http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-11/batterie-recycling-elektroauto-speicher-stromnetz

Artikel ZEITONLINE vom 26.August 2015: Die Mär vom Sondermüll auf Rädern:

http://www.zeit.de/mobilitaet/2015-08/elektromobilitaet-batterie-recycling

Umweltbrief: Warum die Autoindustrie keine Elektroautos will

http://www.umweltbrief.org/neu/html/Elektroautos_Autoindustrie.html

Wie macht man E-Autos kaputt? Details zu Akkus und Motoren, YouTube Video von Horst Lüning (Achtung Werbung –Whisky-Shop!)

https://www.youtube.com/watch?v=HqERIUdWBBI

 

Gesellschaftlicher Wandel durch Elektromobilität!

Ja! Den wird es geben und es wird ein Problem werden. Das wird auch der Hauptgrund dafür sein, warum die Politik die Autoindustrie bei der Verhinderung der Elektromobilität bisher so unterstützt hat. Weniger Teile – weniger Arbeit, so einfach ist die Rechnung. Hinzu kommen geringerer Wartungsaufwand und weniger Verschleiß. Tausende Arbeitsplätze in der Automobil- und Zulieferindustrie werden bedroht sein.

ABER droht uns das nicht auch in anderen Industriezweigen und sogar im Dienstleistungsbereich? Digitalisierung, Industrie 4.0, Dienstleistung 4.0 sind die Schlagworte wenn sich die Politik modern, handelnd und zukunftsweisend geben will. Von den gesellschaftlichen Folgen ist hier aber nur am Rande die Rede. Auch diese Veränderungen werden tausende Arbeitsplätze kosten, es wird aber als unvermeidbar hingenommen.

Der Wandel zur Elektromobilität wird sich ebenfalls vollziehen. Wenn nicht durch die großen deutschen Autokonzerne, dann durch ausländische Unternehmen oder durch flexible kleine Startups. Klare politische Vorgaben könnten den Schlingerkurs der deutschen Autoindustrie beenden und einen Absturz, ähnlich wie es in anderen Bereichen (Telefunken- Fernseher, Kodak – Filme, Nokia – Handys) passiert ist, verhindern

https://www.youtube.com/watch?v=42StfLsc0jA

Wie in der Autoindustrie mit der Elektromobilität kann es auch in der gesellschaftlichen Entwicklung fatal werden wenn nach den Prinzipien „aussitzen“, „weiter so“ beim „bewährten bleiben“ regiert wird. Hier sind Ideen und Gestaltungswille gefragt, was die derzeitige Bundesregierung stark vermissen lässt.

 

Weitere Interessante Links:

Entwicklung des e.Go:

http://www.the-motorist.com/ego-life-elektroauto/

t3n digital pioneers: „Studie zu Elektroautos: 80 Prozent Preisverfall bei Akkus zwischen 2010 und 2016“:

http://t3n.de/news/elektroautos-akkus-80-prozent-guenstiger-784183/

 

„Warum das Elektroauto sterben musste“

https://www.youtube.com/watch?v=wq0Rc1EHruU&list=PLckOLDoh9LHPvoCvZEcoiOBiEpHBHOT7J

„Nie wieder tanken! – Endlich unendliche Reichweiten für Elektrofahrzeuge“ von 2012!:

https://www.youtube.com/watch?v=wq0Rc1EHruU&list=PLckOLDoh9LHPvoCvZEcoiOBiEpHBHOT7J

 

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Comments
  • ElekroAutoPionier
    Antworten

    Hallo Hans, ich freue mich über deine Kandidatur. Hier aus NRW die besten Glückwünsche. Du wirst das rocken.

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